Neues vom Bau des Rechenzentrums San Bovio

Eine junge Bauarbeiterin benutzt einen Laptop

Die Investition von Microsoft in Italien soll dem Land dabei helfen, die Chancen der künstlichen Intelligenz zu nutzen und seine digitale Transformation voranzutreiben. Aufbauend auf der Einführung der Cloud-Region „Italy North“ erweitert Microsoft nun seine Präsenz um ein weiteres Rechenzentrum und bekräftigt damit sein Engagement für die Bereitstellung sicherer, leistungsstarker Cloud-Dienste sowie die Förderung von Innovationen in Schlüsselbranchen der italienischen Wirtschaft.

Microsoft errichtet in San Bovio in der Gemeinde Peschiera Borromeo im Großraum Mailand ein Rechenzentrum, um der wachsenden Nachfrage nach zuverlässigen digitalen Diensten gerecht zu werden, die Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Gemeinden dabei unterstützen, sich erfolgreich zu entwickeln. Rechenzentren sind eine unverzichtbare Infrastruktur, die Cloud-Computing, digitale Innovation und Wirtschaftswachstum vorantreibt.

Projekt-Update Juli 2026

Im Juni 2026 wurde die Dienststellenkonferenz, an der alle zuständigen Gremien beteiligt waren, mit einem positiven Ergebnis zum vorgeschlagenen San-Bovio-Projekt abgeschlossen, das die Neugestaltung des ehemaligen Postalmarket vorsieht, eines Areals, das seit über 15 Jahren brachliegt.

Das Genehmigungsverfahren wurde im August 2023 eingeleitet und im Dialog mit der Gemeinde Peschiera Borromeo sowie den zuständigen Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene durchgeführt, wobei alle gesetzlichen Genehmigungsverfahren Schritt für Schritt eingehalten wurden.

Im März 2024 gab das Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit im Rahmen des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens auf nationaler Ebene eine positive Stellungnahme ab. Das Genehmigungsverfahren wurde anschließend bei den zuständigen Behörden auf regionaler und lokaler Ebene fortgesetzt, die die mit dem Projekt verbundenen Aspekte des Umwelt-, Landschafts- und Gesundheitsschutzes gründlich prüften und das Verfahren im Laufe des Jahres 2026 mit einem positiven Ergebnis abschlossen, nachdem im Jahr 2025 der Bebauungsplan mit der Gemeinde Peschiera Borromeo sowie die dazugehörige städtebauliche Vereinbarung verabschiedet und genehmigt worden waren. Zudem organisierte die Gemeinde im Oktober 2024 eine öffentliche Versammlung, um das Projekt der örtlichen Bevölkerung vorzustellen und mit ihr zu erörtern. Da nun alle Genehmigungen vorliegen, ist der Beginn der ersten Bauarbeiten für September 2026 geplant.

Für alle, die mehr erfahren möchten, stehen auf dem dem Projekt gewidmeten Portal des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit öffentliche technische Unterlagen zur Verfügung.

Die neueste Präsentation für die Gemeinde ist ebenfalls hier verfügbar: Microsoft-Rechenzentrum San Bovio – Aktueller Stand zur Sanierung des ehemaligen Postalmarket-Geländes.

Sanierung des Geländes

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Neugestaltung des ehemaligen Postalmarket-Geländes, das seit mehr als 15 Jahren brachliegt.

Zu den Vorbereitungsarbeiten für den Bau des Rechenzentrums gehörte die vollständige Umweltsanierung des Geländes, einschließlich der vollständigen Beseitigung asbesthaltiger Materialien und mit Diesel kontaminierter Böden.

Zwischen Februar und November 2025 wurde der Abriss des ehemaligen Postalmarket-Gebäudes abgeschlossen. In dieser Phase:

  • Über 35.000 Kubikmeter Material wurden direkt vor Ort wiederverwendet.
  • Über 2.500 Tonnen Stahl wurden recycelt.
  • Mehr als 6.000 Tonnen CO₂-Äquivalent wurden eingespart.

Nachhaltigkeit und Infrastruktur

Das Rechenzentrum San Bovio entsteht auf dem ehemaligen Gelände des „Postalmarket“, wodurch ehemals genutzte Industrieflächen wiederbelebt und der Verbrauch neuer Flächen vermieden wird. Die Anlage wird Microsofts Ziel unterstützen, seinen Stromverbrauch jährlich durch erneuerbare Energien zu decken, und wird über mehr als 3.000 Quadratmeter Photovoltaik-Anlagen vor Ort verfügen, was die gesetzlichen Anforderungen übertrifft. Das Rechenzentrum wird direkt an das nationale Stromnetz angeschlossen sein, wodurch ein ausfallsicherer Betrieb gewährleistet ist, ohne auf das lokale Verteilungsnetz angewiesen zu sein.

Die Anlage wird nach den LEED-Gold-Standards geplant und umfasst Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung, darunter helle Dächer und Pflasterflächen, die dazu beitragen, den städtischen Wärmeinseleffekt abzuschwächen. Die Wasserressourcen werden verantwortungsbewusst bewirtschaftet, indem nicht trinkbares Grundwasser zur Kühlung genutzt wird, Regenwasser aufgefangen und wiederverwendet wird sowie effiziente Bewässerungssysteme zum Einsatz kommen, die den Wasserverbrauch in den Grünanlagen reduzieren sollen.

Engagement für die Gemeinschaft und Vorteile für die Region

Das Projekt trägt auch durch die in der Vereinbarung mit der Gemeinde vorgesehenen Maßnahmen und Eingriffe zur ökologischen und städtebaulichen Neugestaltung des Gebiets bei. Insbesondere sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • 11.600 Quadratmeter Stadtbegrünung mit rund 1.200 neuen Pflanzen; die Maßnahmen werden derzeit festgelegt und sollen in Abstimmung mit der Stadtverwaltung sowie unter Berücksichtigung der lokalen Bedürfnisse umgesetzt werden.
  • Pflege der Grünflächen über einen Zeitraum von fünf Jahren.
  • Übertragung von Flächen im Umfang von 14.900 Quadratmetern an die Gemeinde.
  • Unentgeltliche Übertragung des Gebäudes in der Via Trieste 24, einer ehemaligen Bar, die derzeit von Microsoft an die geltenden Vorschriften angepasst wird.
  • Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro für den Bau des Kreisverkehrs zur Zufahrt nach San Bovio.
  • Insgesamt über 10 Millionen Euro aus Erschließungsabgaben, Monetarisierung und Ausgleichsmaßnahmen.

Microsoft wird die Zusammenarbeit mit der Region auch durch soziale, ökologische und bildungsbezogene Initiativen für die Gemeinde Peschiera Borromeo fortsetzen, an denen die lokalen Vereine von San Bovio und der Region beteiligt sind.

Zu den bereits bestehenden Initiativen gehören Programme zur Entwicklung digitaler und technischer Kompetenzen für die Arbeit in Rechenzentren, die in Zusammenarbeit mit dem ITS Angelo Rizzoli im Rahmen der Microsoft Datacenter Academy entwickelt wurden.

Zudem sind Initiativen mit lokalen Behörden und Organisationen geplant, unter anderem im Rahmen der von ChangeX verwalteten „Microsoft Lombardia Community Challenge“. Zu den Projekten, die im Rahmen der „Microsoft Lombardia Community Challenge“ gefördert wurden, gehört auch das Projekt „Gemeinsam draußen lernen“, das sich der Naturpädagogik für die Schule von San Bovio widmet und von der Sozialgenossenschaft Eureka gefördert wird.

Gestaltung und Einbindung in das Stadtviertel

Das Projekt wurde unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Gebiets und dank des Dialogs mit der Gemeinde und der örtlichen Bevölkerung konzipiert. Um die Auswirkungen der Maßnahme zu minimieren und ihre Einbindung in das Stadtviertel zu fördern, sind verschiedene Maßnahmen geplant, darunter:

  • Ausbau der Grünflächen sowie die Anpflanzung neuer Bäume und die Schaffung von Schattenbereichen.
  • Architektonische und bauliche Lösungen, die so konzipiert sind, dass sie sich in die Landschaft einfügen und die optischen Auswirkungen abmildern.
  • Radwege und neu gestaltete öffentliche Räume.
  • Überwachung von Luft, Wasser, Lärm und Emissionen, deren Ergebnisse der Gemeinde in regelmäßigen Abständen übermittelt werden.
  • Systeme zur Lärm- und Emissionsminderung sowie zur Eindämmung des städtischen Wärmeinseleffekts, unter anderem durch helle Dächer und Fußböden.

Im Rahmen des Planungsprozesses wurde eine spezielle akustische Untersuchung durchgeführt, um die potenziellen Lärmauswirkungen des Rechenzentrums auf die Umgebung zu bewerten, wobei 13 repräsentative Standorte in der Nähe berücksichtigt wurden.

Die Modellierung zeigt den zusätzlichen Lärmbeitrag auf, der bei den nahegelegenen Wohnstandorten auf das Rechenzentrum zurückzuführen ist. Tagsüber liegt der geschätzte Anstieg zwischen 0,1 und 0,6 dB, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 0,3 dB – eine Schwankung, die allgemein als für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar gilt. In der Nacht liegt der prognostizierte Anstieg zwischen 0,5 und 2,8 dB, mit einem Durchschnitt von etwa 1,4 dB.

Diese Werte liegen deutlich innerhalb der in den italienischen Vorschriften festgelegten Grenzwerte, die tagsüber bei 5 dB und nachts bei 3 dB liegen. Das Projekt umfasst planerische Maßnahmen und betriebliche Kontrollen, die sicherstellen sollen, dass der Betrieb der Anlage mit dem lokalen Umfeld vereinbar ist und im Einklang mit dem Schutz der akustischen Umgebung steht.

Nächste Schritte

Auf der Baustelle wurden bereits erste Vorarbeiten in Angriff genommen. Die nächsten Schritte umfassen die vollständige Mobilisierung der Baustelle bis Ende 2026, den Beginn der Aushubarbeiten und der Hauptbauarbeiten zwischen 2026 und 2027 sowie den schrittweisen Bau des Rechenzentrums und des Umspannwerks.

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